Hochbegabte haben einen Intelligenzquotienten (IQ) von 130 und höher (2 % der Bevölkerung), doch die meisten Hochbegabten wissen nichts davon, nutzen ihr Potential und haben keinen expliziten Bedarf, sich coachen zu lassen. Andere erfahren schon in der Schulzeit von ihrer Hochbegabung, doch häufig erst dann, wenn sich Schwierigkeiten durch Unterforderung oder Anpassungsdruck bis zur Depression zeigen. Die Entdeckung einer Hochbegabung im Erwachsenenalter wird bisher wenig thematisiert, löst jedoch für die Betroffenen eine Vielzahl von Emotionen (Freude, Wut, Enttäuschung, Scham, Verunsicherung…) und Fragen (Wem soll ich davon erzählen, wem nicht? Was bedeutet das für mein weiteres Leben? Warum habe ich es nicht weiter gebracht?...) auf. Gefühle des Sich-Anders-Fühlens lassen sich plötzlich erklären. Die Ermittlung des hohen IQs kann zu einem neuen Selbstkonzept und zur besseren Selbstakzeptanz führen und macht den Weg frei für neue Reflektionen über den eigenen Weg im Berufs- und Privatleben. Hochbegabte sind oft hoch motiviert und wünschen sich eine sinnvolle, wesentliche, freie und selbstmotivierende Arbeit. Schnell demotivierend wirkt auf sie Routine, detailreiche Kleinarbeit, Zwang und Hierarchien. Da ihnen das Lernen meist leicht fiel, geben sie sich wenig Selbstanerkennung für die eigene Leistung und schauen oft mehr darauf, was sie nicht können oder wissen. Ungeübt, mit Misserfolgen oder mittelmäßigen Leistungen umzugehen, kehrt sich bei kleinsten Anlaufschwierigkeiten und Kritik der Enthusiasmus, sich Großes zuzutrauen, in das Gegenteil um. Hochbegabte leiden häufig unter einer hohen Fremd- und Selbsterwartung durch das Elternhaus, Schule etc., die sie als eigene Wünsche und Ziele verinnerlicht haben. Sie führen intensive Diskussionen mit sich selbst; die permanente Analyse lenkt sie von ihrem intuitiven Zugang zu ihren Gefühlen ab. Sie sind häufig stark angepasst und werden von anderen unterschätzt.

 

zurück